Tornados oder Palmen? 20.08.2016 Vor    ca.    20    Jahren    spekulierten    Boulevardzeitungen    bezüglich    der    Erderwärmung    mit    der Schlagzeile “Palmen in Berlin?”. Leider   bedeutet   Erderwärmung   nicht   zwangsläufig,   dass   sich   das   lokale   Wetter   in   vorhersehbarer Weise ändert. Wird   es   mehr   sonnig   sein   oder   mehr   Regen   geben?   Mehr   trockene   oder   feuchte   Luft?   Mehr   oder weniger Gewitter? Winde, Stürme, Tornados? Heiße oder milde Sommer? Strenge oder milde Winter? Sicher   ist   hier   nur,   dass   die   Beständigkeit   des   Wetters   leidet.   Wo   man   sich   früher   auf   die entsprechenden   Wetteränderungen   zu   Beginn   einer   Jahreszeit   verlassen   konnten,   sind   diese   heute schon   mal   um   Wochen   bis   Monate   verschoben.   Ende   der   80er   Jahre   hieß   es   beim   Wetterbericht regelmäßig   “Für   die   Jahreszeit   zu   kalt”   /   “Für      die   Jahreszeit   zu   warm”.   Irgendwann   hat   man   das gelassen. Ebenso wie die Warnungen vor zu hohen Ozonwerten in den Städten. Dass   man   sich   auf   die   frühere   Beständigkeit   des   Wetters   nicht   mehr   verlassen   kann,   liegt   daran, dass das Wetter abhängig ist von einem komplizierten globalen System. An erster Stelle wäre die Atmosphäre zu nennen, und deren Umgang mit Sonnenlicht. Eine   schwächer   werdende   Ozonschicht   lässt   mehr   Strahlung   durch.   Und   ein   wachsender   CO 2   Anteil   behindert   die   Wärmeabstrahlung.   Kohlendioxid   ist   sozusagen   der   Mantel,   der   die   Erde   warm hält. Und je dicker der Mantel ist, desto wärmer wird es. An   zweiter   Stelle   stehen   die   Ozeane,   da   Wasser   wie   kein   anderes   Element   die   Fähigkeit   hat, Wärme   derart   effektiv   zu   speichern.   Und   je   wärmer   das   Wasser,   desto   wärmer   die   Luft,   die   über dem Wasser steht. Meerestemperatur    und    Meereströmungen    haben    so    Auswirkungen    auf    Lufttemperaturen    und damit auch auf die Entwicklung von großräumigem und letztlich regionalem Wetter. Von 1970 bis 2010 hat sich die mittlere globale Temperatur um 0,6 Grad erhöht. Obwohl   dieser   Wert   fast   schon   unbedeutend   wirkt,   sind   die   regionalen   Auswirkungen   gravierend. Wenn   ich   am   29.12.2015   am   Gipfel   der   Alpspitze,   in   2628   m   Höhe,   im   T-Shirt   in   der   Sonne   sitzen kann, kann man nicht mehr von einem normalen Winter sprechen. Insbesondere,   wenn   ich   daran   denke,   dass   ich   vor   30   Jahren   auf   dem   selben   Gipfel   mitten   im Sommer, trotz dicker Jacke, gefroren habe. Im   Hochgebirge   sind   die   Auswirkungen   noch   weit   gravierender.   In   erster   Linie   betrifft   dies   den Wasserabfluss.   Die   Gletscher   schmelzen   immer   schneller.   Im   August   konnte   ich   dem   Pfaffenferner beim   Schmelzen   praktisch   zusehen.   Wo   morgens   noch   festes   Eis   war,   fanden   sich   am   Nachmittag Gebirgsbäche, die tiefe Furchen ins Eis gruben. Aber   nicht   nur   die   Gletscher   verlieren   Wasser.   Im   Juni,   am   Westgrat   des   Zuckerhütl,   über   weichen Schnee steigend, konnte ich hören, wie das Wasser im Felsen ablief. Dies   bedeutet,   dass   das   in   den   Felsen,   in   Form   von   Eis,   gespeicherte   Wasser   des   Berges   taut   und abfließt. Die   Berge   trocknen   aus,   erodieren   und   werden   brüchig.   Wo   vor   30   Jahren   stabiler,   harter   Fels vorherrschte, prägt vielerorts Schotter das Bild an Hängen, Wandfuß und Graten. Auswirkungen,    die    Bergdörfer,    Bergsteiger    und    Wanderer    direkt    betreffen.    Vernachlässigbar? Nicht,   wenn   man   die   potentiellen   wirtschaftlichen   Folgen   bedenkt.   Insbesondere,   wenn   ganze Regionen vom Tourismus leben. Dennoch    sind    diese    Auswirkungen    als    eher    lokal    zu    betrachten.    Irgendwie    wird    man    sich anpassen. Was    aber,    wenn    das    Wasser,    das    aus    den    Bergen    abfließt,    immer    weniger    wird?    Wenn Gebirgsbäche zu Rinnsalen werden? Unbedeutend? Nun,   die   bedeutendsten   Flüsse   haben   ihren   Ursprung   in   den   Bergen.   Wenn   von   dort   kein   Wasser mehr kommt, werden diese Flüsse kleiner werden. Und zwar deutlich kleiner. Für   viele   Hausbesitzer   eine   erfreuliche   Tatsache   ist,   dass   es   seit   dem   Jahr   2003   am   Rhein   kein großes Hochwasser mehr gab. In den 70er Jahren gab es diese Hochwasser jährlich. Später im Rhythmus von etwa 5 Jahren. Nun   geht   es   beim   Rhein   nicht   mehr   um   Hochwasser,   sondern   darum,   das   Fahrwasser   für   die Schiffahrt tief genug zu halten. Inwieweit   der   Klimawandel   den   Wasserhaushalt   der   Alpen   und   damit   den   Wasserhaushalt   der angrenzenden Länder beeinflussen wird, wird die Zukunft zeigen. Sicher ist nur eins. Nicht nur die Berge und das Wasser sind vom Klimawandel betroffen. Wenn   eine   Erderwärmung   von   “nur”   0,6   Grad   bereits   derart   deutliche   Auswirkungen   auf   das jahreszeitliche   Wetter,   insbesondere   den   Winter,   hat,   dann   stellt   sich   die   Frage,   was   die   in   Paris beschlossene   “Begrenzung”   der   Erderwärmung   auf   maximal   2   Grad   bewirken   kann/wird.   Wenn   die Erde    sich    tatsächlich    um    weitere    2    Grad    erwärmt,    wird    dies    Folgen    haben,    die,    vorsichtig ausgedrückt, unangenehm werden. Es wird Lebensräume zerstören. Unabhängig   davon,   dass   dieser   Beschluß   vergleichbar   ist   mit   einer   Rechnung,   die   man   ohne   den Wirt   (die   Erde)   gemacht   hat.   Das   heißt,   ob   die   Erde   es   bei   diesen   2   Grad   belässt,   weiß   nur   die Erde selbst. Noch stehen die wirtschaftlichen Interessen dieser Generation über den ökologischen Interessen. Vielleicht werden kommende Generationen dies zwangsläufig anders sehen… Bei   der   Klimakonferenz   2015   haben   die   Teilnehmer   beschlossen,   die   Erderwärmung   auf   maximal   2 Grad zu begrenzen. Und in typisch menschlicher Art und Weise denkt man, zumindest offiziell, nicht darüber nach, ob die Erde, ob dieser Planet, sich für diesen Beschluß überhaupt interessiert…. München 02.01.1986 06:30 Uhr -29 Grad Celsius München 02.01.2016 06:30 Uhr  +1 Grad Celsius Die durchschnittliche Schnellfallgrenze ist seit 1972 von 0 Meter (Schnee an der Ostsee) auf über 1500 Meter gestiegen. (Skifahren war gestern?) München 05.01.1017 Wir haben Schnee und es ist kalt. Klimawandel ad acta? Leider nicht. Vergleichen wir es mit Kleidung. Wenn das Klima für alles steht, was wir anziehen, dann steht das Wetter stellvertretend für die Socken. Sturmtief Axel bringt uns Kälte und Schnee. Ein Sturmtief ist ein kurzfristiges Wetterphänomen. Tatsache ist, dass ich am 29.12.2016, wetterbedingt, wieder die Möglichkeit gehabt hätte, im T-Shirt auf die Alpspitze zu steigen. Brixental 10.02.2017 Wir   haben   März!   Könnte   man   meinen.   Denn   der   Schnee   ist   auch   auf   1600   Meter   Höhe   sulzig.   Und es   ist   erst   10:00   Uhr,   Anfang   Februar!   Die   Berghänge   neben   den   Pisten   sind   teilweise   schneefrei. Und   das,   was   da   auf   den   Pisten   ist,   ist   Kunstschnee.   100   Kilometer   beschneite   Pisten!   Fragt   sich, wo die das Wasser dafür hernehmen??? Sillian 19.03.2017 Neben der Piste ist kaum noch Schnee zu finden. Und das, auf über 2000 Meter Höhe. Das ist das vierte Mal, dass ich in Sillian bin. Und jedes Jahr wurde der Schnee weniger. Münschen 31.03.2017 Im   Radio   freut   man   sich   darüber,   dass   es   hier   wärmer   ist,   als   in   Nordafrika.   Ob   es   falsch   ist,   sich zu freuen? Nun,   wenn   man   weiß,   zu   was   die   weitere   Erderwärmung   führen   wird,   dann   ist   das   mit   der   Freude eher schwierig. Es gibt immer noch recht viele Menschen, die nicht glauben wollen, dass der Mensch einen Einfluss auf die Erderwärmung hat. Hierzu eine Zahl: Kohlendioxidanteil der Atemluft im Jahr 1990: 0,030 Prozent Kohlendioxidanteil der Atemluft im Jahr 2016: 0,039 Prozent Auf den ersten Blick sehen die nackten Zahl nach so wenig aus, dass man eigentlich gar nicht darüber nachdenken möchte. Doch im Verhältnis betrachtet sind es fast 30 Prozent! Und das bedeutet auch 30 Prozent mehr Wirkung! Düsseldorf Januar 2015 Auf der boot treffe ich den Besitzer einer Tauchbasis in Ägypten. Er erzählt mir, dass sie im letzten August Temperaturen von 52 Grad hatten. “Da könnt ihr auf den Fliesen Eier braten.” habe ich gesagt. “Herbert.” hat er gesagt. “Wir konnten die Türklinken nicht mehr anfassen!” Ab    einer    Temperatur    von    mehr    als    53    Grad    wird    es    für    den    Körper    schwierig,    seine Kerntemperatur von 37 Grad zu halten. Es   droht   Überhitzung.   Werden   Temperaturen   von   mehr   als   53   Grad   in   diesen   Regionen   regelmäßig erreicht,   dann   bedeutet   dies,   dass   für   diese   Zeit,   die   leicht   4   bis   6   Wochen   dauern   kann,   das Leben überwiegend in klimatisierten Räumen stattfindet. Wenn   wir   die   Auswirkungen   der   klimatischen   Veränderungen   und   insbesondere   der   Erhöhung   von Durchschnittstemperaturen     ignorieren,     dann     müssen     wir     darauf     gefasst     sein,     dass     wir     mit Entwicklungen   konfrontiert   werden,   die   wir   nicht   vorausgesehen   haben   oder,   besser   gesagt,   nicht voraussehen wollten. Hierzu   eine   Frage:   Wo   werden   die   Menschen   hingehen,   die   aufgrund   klimatischer   Veränderungen   ihre Lebensräume verlassen wollen/müssen? Und   ich   rede   hier   nicht   von   den   Malediven,   wo   man   bereits   angefangen   hat,   Schutzwälle   gegen   den steigenden Meeresspiegel zu bauen. Keine Spezies, auf diesem Planeten, hat mehr Einfluss auf die Umwelt, als der Mensch. Ich konnte die Anfänge des Klimawandels erleben, als Ende der 70er Jahre im Rheinland der Schnee ausblieb. Erst Mitte der 80er Jahre habe ich in München wieder echte Winter erlebt. Und jetzt erlebe ich, dass hier das gleiche passiert, wie in den 70er Jahren im Rheinland. Und, erhlich gesagt, ich habe die Nase voll, von Leuten, die behaupten, der Klimawandel wäre eine böse Erfindung von ökofanatischen Menschlein. Wir können gerne weiter so tun, als wäre die Erde zu groß, um von uns verwundet werden zu können. Die Erde selbst wird uns demonstrieren, was sie von einer solchen Meinung hält. Wir mögen vielleicht denken, dass 50 oder 100 Jahre eine lange Zeit sind. Doch für diesen Planeten, der 4,5 Milliarden Jahre alt ist, sind 100 Jahre nicht mehr als ein Wimpernschlag. Es wird also einige Zeit dauern, bis uns die Erde die “Meinung geigt”, Dafür wird es dann umso unangenehmer werden. Ich würde gern ein Elektroauto fahren. Leider sind die Dinger noch recht teuer. Leider weiß ich nicht, wie ich das Ladekabel zum Laternenparkplatz verlegen soll….
Tornados oder Palmen? 20.08.2016 Vor   ca.   20   Jahren   spekulierten   Boulevardzeitungen   bezüglich   der Erderwärmung mit der Schlagzeile “Palmen in Berlin?”. Leider   bedeutet   Erderwärmung   nicht   zwangsläufig,   dass   sich   das lokale Wetter in vorhersehbarer Weise ändert. Wird    es    mehr    sonnig    sein    oder    mehr    Regen    geben?    Mehr trockene oder feuchte Luft? Mehr oder weniger Gewitter? Winde,   Stürme,   Tornados?   Heiße   oder   milde   Sommer?   Strenge oder milde Winter? Sicher   ist   hier   nur,   dass   die   Beständigkeit   des   Wetters   leidet.   Wo man   sich   früher   auf   die   entsprechenden   Wetteränderungen   zu Beginn    einer    Jahreszeit    verlassen    konnten,    sind    diese    heute schon   mal   um   Wochen   bis   Monate   verschoben.   Ende   der   80er Jahre   hieß   es   beim   Wetterbericht   regelmäßig   “Für   die   Jahreszeit zu   kalt”   /   “Für      die   Jahreszeit   zu   warm”.   Irgendwann   hat   man   das gelassen.   Ebenso   wie   die   Warnungen   vor   zu   hohen   Ozonwerten in den Städten. Dass   man   sich   auf   die   frühere   Beständigkeit   des   Wetters   nicht mehr   verlassen   kann,   liegt   daran,   dass   das   Wetter   abhängig   ist von einem komplizierten globalen System. An   erster   Stelle   wäre   die   Atmosphäre   zu   nennen,   und   deren Umgang mit Sonnenlicht. Eine    schwächer    werdende    Ozonschicht    lässt    mehr    Strahlung durch.     Und     ein     wachsender     CO 2      Anteil     behindert     die Wärmeabstrahlung.   Kohlendioxid   ist   sozusagen   der   Mantel,   der die   Erde   warm   hält.   Und   je   dicker   der   Mantel   ist,   desto   wärmer wird es. An   zweiter   Stelle   stehen   die   Ozeane,   da   Wasser   wie   kein   anderes Element   die   Fähigkeit   hat,   Wärme   derart   effektiv   zu   speichern. Und   je   wärmer   das   Wasser,   desto   wärmer   die   Luft,   die   über   dem Wasser steht. Meerestemperatur        und        Meereströmungen        haben        so Auswirkungen    auf    Lufttemperaturen    und    damit    auch    auf    die Entwicklung von großräumigem und letztlich regionalem Wetter. Von   1970   bis   2010   hat   sich   die   mittlere   globale   Temperatur   um 0,6 Grad erhöht. Obwohl    dieser    Wert    fast    schon    unbedeutend    wirkt,    sind    die regionalen   Auswirkungen   gravierend.   Wenn   ich   am   29.12.2015 am   Gipfel   der   Alpspitze,   in   2628   m   Höhe,   im   T-Shirt   in   der   Sonne sitzen   kann,   kann   man   nicht   mehr   von   einem   normalen   Winter sprechen. Insbesondere,   wenn   ich   daran   denke,   dass   ich   vor   30   Jahren   auf dem    selben    Gipfel    mitten    im    Sommer,    trotz    dicker    Jacke, gefroren habe. Im   Hochgebirge   sind   die   Auswirkungen   noch   weit   gravierender. In    erster    Linie    betrifft    dies    den    Wasserabfluss.    Die    Gletscher schmelzen     immer     schneller.     Im     August     konnte     ich     dem Pfaffenferner   beim   Schmelzen   praktisch   zusehen.   Wo   morgens noch   festes   Eis   war,   fanden   sich   am   Nachmittag   Gebirgsbäche, die tiefe Furchen ins Eis gruben. Aber    nicht    nur    die    Gletscher    verlieren    Wasser.    Im    Juni,    am Westgrat   des   Zuckerhütl,   über   weichen   Schnee   steigend,   konnte ich hören, wie das Wasser im Felsen ablief. Dies    bedeutet,    dass    das    in    den    Felsen,    in    Form    von    Eis, gespeicherte Wasser des Berges taut und abfließt. Die   Berge   trocknen   aus,   erodieren   und   werden   brüchig.   Wo   vor 30    Jahren    stabiler,    harter    Fels    vorherrschte,    prägt    vielerorts Schotter das Bild an Hängen, Wandfuß und Graten. Auswirkungen,   die   Bergdörfer,   Bergsteiger   und   Wanderer   direkt betreffen.   Vernachlässigbar?   Nicht,   wenn   man   die   potentiellen wirtschaftlichen    Folgen    bedenkt.    Insbesondere,    wenn    ganze Regionen vom Tourismus leben. Dennoch   sind   diese   Auswirkungen   als   eher   lokal   zu   betrachten. Irgendwie wird man sich anpassen. Was   aber,   wenn   das   Wasser,   das   aus   den   Bergen   abfließt,   immer weniger wird? Wenn Gebirgsbäche zu Rinnsalen werden? Unbedeutend? Nun,    die    bedeutendsten    Flüsse    haben    ihren    Ursprung    in    den Bergen.   Wenn   von   dort   kein   Wasser   mehr   kommt,   werden   diese Flüsse kleiner werden. Und zwar deutlich kleiner. Für   viele   Hausbesitzer   eine   erfreuliche   Tatsache   ist,   dass   es   seit dem Jahr 2003 am Rhein kein großes Hochwasser mehr gab. In   den   70er   Jahren   gab   es   diese   Hochwasser   jährlich.   Später   im Rhythmus von etwa 5 Jahren. Nun   geht   es   beim   Rhein   nicht   mehr   um   Hochwasser,   sondern darum, das Fahrwasser für die Schiffahrt tief genug zu halten. Inwieweit   der   Klimawandel   den   Wasserhaushalt   der   Alpen   und damit      den      Wasserhaushalt      der      angrenzenden      Länder beeinflussen wird, wird die Zukunft zeigen. Sicher   ist   nur   eins.   Nicht   nur   die   Berge   und   das   Wasser   sind   vom Klimawandel betroffen. Wenn    eine    Erderwärmung    von    “nur”    0,6    Grad    bereits    derart deutliche      Auswirkungen      auf      das      jahreszeitliche      Wetter, insbesondere   den   Winter,   hat,   dann   stellt   sich   die   Frage,   was   die in    Paris    beschlossene    “Begrenzung”    der    Erderwärmung    auf maximal    2    Grad    bewirken    kann/wird.    Wenn    die    Erde    sich tatsächlich   um   weitere   2   Grad   erwärmt,   wird   dies   Folgen   haben, die,    vorsichtig    ausgedrückt,    unangenehm    werden.    Es    wird Lebensräume zerstören. Unabhängig    davon,    dass    dieser    Beschluß    vergleichbar    ist    mit einer   Rechnung,   die   man   ohne   den   Wirt   (die   Erde)   gemacht   hat. Das   heißt,   ob   die   Erde   es   bei   diesen   2   Grad   belässt,   weiß   nur   die Erde selbst. Noch   stehen   die   wirtschaftlichen   Interessen   dieser   Generation über den ökologischen Interessen. Vielleicht    werden    kommende    Generationen    dies    zwangsläufig anders sehen… Bei   der   Klimakonferenz   2015   haben   die   Teilnehmer   beschlossen, die Erderwärmung auf maximal 2 Grad zu begrenzen. Und in typisch menschlicher Art und Weise denkt man, zumindest offiziell,   nicht   darüber   nach,   ob   die   Erde,   ob   dieser   Planet,   sich für diesen Beschluß überhaupt interessiert…. München 02.01.1986 06:30 Uhr -29 Grad Celsius München 02.01.2016 06:30 Uhr  +1 Grad Celsius Die durchschnittliche Schnellfallgrenze ist seit 1972 von 0 Meter (Schnee an der Ostsee) auf über 1500 Meter gestiegen. (Skifahren war gestern?) München 05.01.1017 Wir haben Schnee und es ist kalt. Klimawandel ad acta? Leider nicht. Vergleichen   wir   es   mit   Kleidung.   Wenn   das   Klima   für   alles   steht, was wir anziehen, dann steht das Wetter stellvertretend für die Socken. Sturmtief   Axel   bringt   uns   Kälte   und   Schnee.   Ein   Sturmtief   ist   ein kurzfristiges Wetterphänomen. Tatsache   ist,   dass   ich   am   29.12.2016,   wetterbedingt,   wieder   die Möglichkeit gehabt hätte, im T-Shirt auf die Alpspitze zu steigen. Brixental 10.02.2017 Wir   haben   März!   Könnte   man   meinen.   Denn   der   Schnee   ist   auch auf   1600   Meter   Höhe   sulzig.   Und   es   ist   erst   10:00   Uhr,   Anfang Februar!     Die     Berghänge     neben     den     Pisten     sind     teilweise schneefrei.   Und   das,   was   da   auf   den   Pisten   ist,   ist   Kunstschnee. 100   Kilometer   beschneite   Pisten!   Fragt   sich,   wo   die   das   Wasser dafür hernehmen??? Sillian 19.03.2017 Neben   der   Piste   ist   kaum   noch   Schnee   zu   finden.   Und   das,   auf über 2000 Meter Höhe. Das   ist   das   vierte   Mal,   dass   ich   in   Sillian   bin.   Und   jedes   Jahr wurde der Schnee weniger. Münschen 31.03.2017 Im   Radio   freut   man   sich   darüber,   dass   es   hier   wärmer   ist,   als   in Nordafrika. Ob es falsch ist, sich zu freuen? Nun,   wenn   man   weiß,   zu   was   die   weitere   Erderwärmung   führen wird, dann ist das mit der Freude eher schwierig. Es gibt immer noch recht viele Menschen, die nicht glauben wollen, dass der Mensch einen Einfluss auf die Erderwärmung hat. Hierzu eine Zahl: Kohlendioxidanteil der Atemluft im Jahr 1990: 0,030 Prozent Kohlendioxidanteil der Atemluft im Jahr 2016: 0,039 Prozent Auf den ersten Blick sehen die nackten Zahl nach so wenig aus, dass man eigentlich gar nicht darüber nachdenken möchte. Doch im Verhältnis betrachtet sind es fast 30 Prozent! Und das bedeutet auch 30 Prozent mehr Wirkung! Düsseldorf Januar 2015 Auf der boot treffe ich den Besitzer einer Tauchbasis in Ägypten. Er   erzählt   mir,   dass   sie   im   letzten   August   Temperaturen   von   52 Grad hatten. “Da könnt ihr auf den Fliesen Eier braten.” habe ich gesagt. “Herbert.”   hat   er   gesagt.   “Wir   konnten   die   Türklinken   nicht   mehr anfassen!” Ab   einer   Temperatur   von   mehr   als   53   Grad   wird   es   für   den Körper schwierig, seine Kerntemperatur von 37 Grad zu halten. Es   droht   Überhitzung.   Werden   Temperaturen   von   mehr   als   53 Grad    in    diesen    Regionen    regelmäßig    erreicht,    dann    bedeutet dies,   dass   für   diese   Zeit,   die   leicht   4   bis   6   Wochen   dauern   kann, das Leben überwiegend in klimatisierten Räumen stattfindet. Wenn   wir   die   Auswirkungen   der   klimatischen   Veränderungen   und insbesondere      der      Erhöhung      von      Durchschnittstemperaturen ignorieren,    dann    müssen    wir    darauf    gefasst    sein,    dass    wir    mit Entwicklungen    konfrontiert    werden,    die    wir    nicht    vorausgesehen haben oder, besser gesagt, nicht voraussehen wollten. Hierzu   eine   Frage:   Wo   werden   die   Menschen   hingehen,   die   aufgrund klimatischer       Veränderungen       ihre       Lebensräume       verlassen wollen/müssen? Und    ich    rede    hier    nicht    von    den    Malediven,    wo    man    bereits angefangen   hat,   Schutzwälle   gegen   den   steigenden   Meeresspiegel zu bauen. Keine Spezies, auf diesem Planeten, hat mehr Einfluss auf die Umwelt, als der Mensch. Ich konnte die Anfänge des Klimawandels erleben, als Ende der 70er Jahre im Rheinland der Schnee ausblieb. Erst Mitte der 80er Jahre habe ich in München wieder echte Winter erlebt. Und jetzt erlebe ich, dass hier das gleiche passiert, wie in den 70er Jahren im Rheinland. Und, erhlich gesagt, ich habe die Nase voll, von Leuten, die behaupten, der Klimawandel wäre eine böse Erfindung von ökofanatischen Menschlein. Wir können gerne weiter so tun, als wäre die Erde zu groß, um von uns verwundet werden zu können. Die Erde selbst wird uns demonstrieren, was sie von einer solchen Meinung hält. Wir mögen vielleicht denken, dass 50 oder 100 Jahre eine lange Zeit sind. Doch für diesen Planeten, der 4,5 Milliarden Jahre alt ist, sind 100 Jahre nicht mehr als ein Wimpernschlag. Es wird also einige Zeit dauern, bis uns die Erde die “Meinung geigt”, Dafür wird es dann umso unangenehmer werden. Ich würde gern ein Elektroauto fahren. Leider sind die Dinger noch recht teuer. Leider weiß ich nicht, wie ich das Ladekabel zum Laternenparkplatz verlegen soll….